
Ökologische Infrastruktur


Diese Länder machen vorwärts
Lernen von unseren Nachbarn. Die EU nimmt den Schutz ihrer Biodiversität ernst und setzt sich ambitionierte Ziele. So hat das Parlament erst kürzlich ein Gesetz zur Wiederherstellung von Ökosystemen verabschiedet. In der Schweiz herrscht dagegen seit Jahren Stillstand. Was funktioniert im europäischen Ausland besser als bei uns?

Mit Innovation zu neuen Flächen
Wiederherstellung von Mooren. Die EU macht vorwärts mit der Wiederherstellung von Ökosystemen, so auch von Mooren aller Art. Das europäische Parlament verabschiedete ein neues Gesetz und es laufen mehrere Projekte über die Ländergrenzen hinweg. Die Schweiz sollte von den Erfahrungen dringend profitieren.


Ein Fluss kann wieder leben
Alte Aare. Wenige Kilometer östlich des Bielersees liegt eine Perle einer renaturierten Auenlandschaft: die Alte Aare. Zwischen Lyss und Meienried wurde auf einer Strecke von etwa 14 Kilometern der ursprüngliche Aarelauf revitalisiert. Profitiert davon haben zahlreiche Arten wie Eisvogel und Pirol.

Mehr Platz für die Natur!
Lebensräume wiederherstellen. Für viele Arten sind die verbliebenen Reste der Lebensräume zu klein, um ein langfristiges Überleben zu garantieren. Sollen sie erhalten bleiben, müssen beeinträchtigte Ökosysteme wieder hergerichtet und zusätzliche wertvolle Flächen geschaffen werden.

Des Meistersängers grosser Auftritt
Der Sumpfrohrsänger ist der Vogel des Jahres 2023. Heute ist er vielerorts auf feuchte, grössere Schutzgebiete beschränkt, kann aber auch an kleineren Gräben oder sogar manchem Trockenstandort vorkommen. Damit erinnert er uns daran, wie wichtig der Schutz von Feuchtgebieten, aber auch die Vernetzung im Kulturland sind. Auch die richtige Pflege von Lebensräumen ist für ihn und viele andere Arten überlebenswichtig.

Verkannte Bedrohung
Kleinsäuger der Rote Liste. Was wie eine Maus aussieht, hat einen schlechten Ruf: «Mäuse» gelten generell als Schädlinge, die es zu bekämpfen gilt. Dabei sind auch unter den Kleinsäugern einige Arten bedroht, wie die neue Rote Liste der Säugetiere zeigt – doch sie haben keine Lobby.

Neue Oasen der Vielfalt
Biodiversität ums Schulhaus. Vor gut einem Jahr begleiteten BirdLife Schweiz und Myblueplanet im Rahmen des Programms «Klimaschule» die ersten Schulen bei der ökologischen Aufwertung ihrer Umgebung. Was daraus geworden ist, zeigt ein Augenschein vor Ort.

Neues Leben im Melerfeld
Kulturlandaufwertung im Aargau. Feldlerche, Feldhase und & Co. können sich freuen: Zwischen Möhlin, Zeiningen und Wallbach (AG) wird das Landwirtschaftsgebiet systematisch ökologisch aufgewertet. «Biodiversität im Melerfeld» heisst das grosse Vorhaben. Treibende Kraft ist der Natur- und Vogelschutz Möhlin, Sektion von BirdLife Aargau. Nach fünf von zehn Projektjahren ist es Zeit für eine Zwischenbilanz.

Differenzierte Pflege von Lebensräumen
Naturflächen pflegen. Um die Vielfalt der Arten zu bewahren, muss der Unterhalt der Lebensräume auf ihre Ansprüche ausgerichtet werden. Dafür sind drei Dinge nötig: Erstens muss bekannt sein, welche Tiere und Pflanzen in einem Gebiet vorkommen oder vorkommen könnten. Zweitens müssen die Bewirtschaftenden wissen, was diese Arten zu welcher Jahreszeit benötigen. Drittens gilt es, die Massnahmen entsprechend auszugestalten und situativ anzupassen. Details dazu wird BirdLife Schweiz im Herbst in einer neuen Broschüre veröffentlichen.

Damit die Vielfalt bleibt
Wiesen richtig pflegen. Naturnahe Wiesen sind ein wunderbarer Anblick: Zahlreiche Blütenpflanzen sorgen für Farbtupfer, es flattert, wuselt und summt. Schmetterlinge, Käfer, Schwebfliegen und Wildbienen fliegen von Blüte zu Blüte. Leider sind solche Blumenwiesen selten geworden – umso wichtiger ist es, sie so zu bewirtschaften, dass ihre Artenvielfalt erhalten bleibt.
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