Im Rahmen der UNO-Biodiversitätskonvention haben sich die Staaten dazu verpflichtet, Massnahmen zum Schutz der Biodiversität zu ergreifen. Regelmässige Rechenschaftsberichte zeigen, ob sie bezüglich ihrer Ziele auf Kurs sind. Im Februar hat nun der Bund seinen neusten Zwischenbericht veröffentlicht. Dieser zeigt: Die Biodiversität steht in der Schweiz nach wie vor stark unter Druck. Von 168 Lebensraumtypen sind 48 Prozent gefährdet, weitere 13 Prozent potenziell bedroht. Nur 17 Prozent der national bedeutenden Biotope – etwa Moore, Auen, Trockenwiesen oder Amphibienlaichgebiete – werden gesetzeskonform geschützt und gepflegt. Rund 60 Prozent dieser Biotope benötigen dringend Wiederherstellungsmassnahmen, die jedoch nur langsam umgesetzt werden. Auch das Ziel, bis 2030 zehn Prozent der Waldfläche als Reservate auszuweisen, wird voraussichtlich verfehlt.
Hinzu kommt: Von den zehn Zielen der «Strategie Biodiversität Schweiz» aus dem Jahr 2012 hat unser Land bisher erst eines erreicht (internationales Engagement) und ist bei einem weiteren auf Kurs (Monitoring). Bei den übrigen acht verläuft die Entwicklung laut dem Bund viel zu langsam.
Damit ist klar, dass die Schweiz mit einem «Weiter wie bisher» ihre Ziele zur Sicherung der Biodiversität nicht erreichen wird. Auch der vom Bund beschlossene «Aktionsplan Biodiversität II» kann dies nicht ändern: Er enthält vor allem Studien statt konkreter Schritte. Das Hauptproblem bleibt die ungenügende Finanzierung der notwendigen Massnahmen. Hier muss die Politik endlich handeln!
Biodiversitäts-Ziele: Schweiz ist nicht auf Kurs